Entwicklung und Erprobung einer neuen Versorgungsform für Patientinnen nach Brustkrebs oder anderen gynäkologischen Krebserkrankungen (CaSus Gyn)
Für die Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs und anderen gynäkologischen Krebserkrankungen stehen heutzutage unterschiedliche und hocheffektive Therapien zur Verfügung. Im Anschluss an die intensive Primärtherapie werden Patientinnen in der Nachsorge weiterbetreut, meist im ambulanten Setting und über viele Jahre. Insbesondere die Spät- und Langzeitfolgen der erhaltenen Therapien stehen dabei im Fokus, da diese sich stark auf die Gesundheit von betroffenen Patientinnen auswirken können. In Anbetracht der Vielzahl an verfügbaren Krebstherapien können Spät- und Langzeitfolgen jedoch sehr unterschiedlich ausfallen, zudem treten sie oftmals erst Monate bis Jahre nach erfolgter Primärtherapie auf. Das adäquate Erkennen und Behandeln solcher Folgen stellt nachsorgende Ärztinnen und Ärzte dementsprechend oft vor eine Herausforderung.
Im Rahmen des CaSus Gyn Projekts soll die Krebsnachsorge von Patientinnen nach Brustkrebs und anderen gynäkologischen Krebserkrankungen verbessert werden, insbesondere in Bezug auf Spät- und Langzeitfolgen der Krebsbehandlung.
Ein sogenannter Survivorship-ePass (S-eP) soll individuelle Informationen und Nachsorge-Empfehlungen für Patientinnen sowie Ärztinnen und Ärzte bereitstellen. Hierzu werden Leitlinien, Fachinformationen und andere aktuelle Datenquellen genutzt, ebenso fließen die Krankengeschichte der Patientin und individuelle Risikoprofile in den S-eP ein.
Der S-eP wird in der betreuenden onkologischen Klinik unter Zuhilfenahme von Künstlicher Intelligenz erstellt, und den Patientinnen bei Entlassung ausgehändigt sowie digital an die nachsorgenden Praxen übermittelt.
Das CaSus Gyn Projekt befindet sich aktuell in der Konzeptionsphase. Im Falle einer erfolgreichen Antragsstellung soll der S-eP im Rahmen einer multizentrischen randomisiert-kontrollieren Studie getestet werden, und bestenfalls Eingang in die Regelversorgung von Patientinnen finden.
Unsere Arbeitsgruppe ist für die Projekt-Evaluation zuständig. Das Projekt wird geleitet durch Frau Prof. Annette Hasenburg der Frauenklinik der Universitätsmedizin Mainz.
Finanzierung: Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA)
Kooperationspartner:
- Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Prof. Dr. Annette Hasenburg
- IDG Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP gGmbH (IDG)
- Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), Forschungsbereich Erfahrungsbasierte Lernende Systeme
- Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Universitätsklinikum des Saarlandes, Prof. Dr. Erich-Franz Solomayer
- AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
- Techniker Krankenkasse